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Nichtraucherberichte - Aktion "Rauchfreie helfen Rauchern"

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Rauchfrei.de befragt ehemalige Raucher zu ihren persönlichen Erfahrungen nach dem Aufhören und was sie Rauchern, die gerne aufhören möchten, raten können. Vielen Dank für Ihre Hilfe! Wenn Sie rauchfrei sind und helfen wollen, dann teilen Sie uns Ihre Erfahrungen und Meinung mit via Email
Stefanie (40) "Ich ohne Zigarette? Mission impossible!
Nach 24 Jahren Nikotinsucht habe ich es tatsächlich geschafft und ich kann es selbst noch gar nicht fassen: 55 Tage ohne Zigaretten sind ins Land gezogen. Ich bin so glücklich und stolz wie schon lange nicht mehr in meinem Leben.
Nein, ich habe mir diesen Entzug nicht zugetraut, ich habe vielmehr über Jahre gedacht, ich würde das nie niemals im Leben hinbekommen. Ich ohne Zigarette? Mission Impossible. Immerhin waren es täglich mindestens 20, wenn nicht gar 30 Zigaretten, die ich "auf Lunge" geraucht habe. Und für mich galten eiserne "Regeln", wie eben für viele Nikotinsüchtige auch. Regel 1: "Die Zigarette gehört zu meinem Leben.", Regel 2: "Ohne Zigarette arbeiten? Ohne Zigarette telefonieren? Ohne Zigarette Kaffee trinken, Bier oder ein Glas Wein? Vergiss es, das ist undenkbar." Regel 3: "Wer hilft dir bei Wut oder Kummer, wenn du Halt und Geborgenheit brauchst? Die Zigarette." Schließlich aber brauchte ich diese Regeln nicht mehr, ich rauchte ganz einfach zu jeder Gelegenheit. Als Belohnung, zur Beruhigung, zur Anregung, aus Langweile, nach dem Essen und so weiter und so fort, ein Grund oder Anlass fand sich ja immer.

Was für ein Irrsinn, selbst als mein kleiner Sohn auf die Welt kam, hörte ich nicht auf. Heute denke ich oft, was ich doch für ein egoistisches Riesenarschloch war! Wie konnte ich dem Kleinen nur ständig diesen furchtbaren Qualm zumuten? Als Passivraucher seit Geburt leidet der Junge - er ist jetzt 14 Jahre alt und extrem glücklich über meinen Sinneswandel! - nun, bis heute leidet der arme Kerl unter extrem empfindlichen Bronchien, er hat oft Ohren- und eitrige Mandelentzündungen, überhaupt war in seinen ersten Lebensjahren oft schlimm erkrankt. Sein Arzt hatte mir dann bei unseren stets wiederkehrenden Besuchen natürlich auch mal so nebenbei gesagt, dass das Risiko der Hals- Nasen- Ohrenerkrankungen bei Kindern mit rauchenden Eltern erheblich schlimmer sei. Aber er hat es halt nur mal so erwähnt. Und ich habe weggehört, ich habe gedacht, ach Unsinn, der übertreibt, ich wollte es nicht an mich ranlassen. Einmal traf ich auf einen Arzt, der wurde dann allerdings sehr deutlich. Er sagte, was sie ihrem Kind antun mit dem Rauchen, das ist unzumutbar. Da habe ich plötzlich einen Schreck bekommen. Da hörte ich mich sagen: "Ja, ich sollte besser aufhören damit." 
Aber wie ich das machen bzw schaffen soll, nein, da wusste der Arzt leider auch keinen Rat. Er meinte, das sei schlicht eine Frage des Willens, eine Frage der inneren Disziplin.
 
Heute weiß ich, dass der Mann im Ansatz richtig lag. Klar, ohne den eigenen inneren Antrieb wird kein süchtiger Mensch von der Droge Nikotin loskommen. Aber viele Nikotinsüchtige wollen es schaffen, sie versuchen es auch, werden aber wieder rückfällig und fallen in ein tiefes Loch aus Mutlosigkeit, Frustration und Verdrängung. Ich finde, es sollte viel mehr Anlaufmöglichkeiten geben, Gruppen, Kurse und Beratungseinrichtungen für Menschen, die sagen: "Ich will aufhören, weiß aber nicht, ob und wie ich das schaffen soll".
 
Nun zu meinen Erfahrungen. Ich habe es geschafft, weil ich 3 wesentliche Dinge in meinem Leben rigoros verändert habe. Punkt 1: Ich habe aufgehört, mich selbst zu belügen. Ich habe innerlich reinen Tisch gemacht. Das klingt irgendwie komisch, aber ich finde keine anderen Wort dafür. Ich habe mir mein Leben angesehen und mich gefragt, was läuft da eigentlich ab? Warum ist dein Sohn ständig krank? Warum stinkt es in deiner Wohnung wie in einer Kneipe? Warum schaffst du es nicht mehr, eine Runde zu joggen, ohne Herzstiche zu bekommen? Und so weiter. Mit anderen Worten: Ich war auf brutale Weise ehrlich zu mir selbst. Und ich habe bei den Antworten in den Spiegel gesehen, in den Abgrund meines Ichs. Und dabei habe ich gedacht, Scheiße, das ist ja alles so schlimm, das kann ich gar nicht mehr ändern, das schaffe ich nicht, das halte ich nicht aus. Da genau da kam Punkt 2 ins Spiel: Punkt 2  war die Einsicht, dass ich mich selbst aushalten muss. Ich habe mir gesagt, komme jetzt was wolle, ich halte das aus, ich halte alles, was mit dem Entzug zusammenhängt, aus und ich gehe da durch. Hinsehen. Nicht weglaufen. Nicht zudröhnen. Nicht flüchten. Es aushalten. Nicht aufgeben. Und da hatte ich plötzlich die Kraft, die Kraft es zu versuchen. ich habe mir gesagt, okay, jetzt keine großen Ziele setzen, nichts langfristiges, sondern jeden Tag einzeln kämpfen, erkämpfen, gegen die Sucht ankämpfen. Und ich hielt mich aus. Ich war wütend, ich heulte, ich hatte Anflüge von Glück und Ekstase, dann ging es wieder in den Keller, ich hielt es aus. Jeder Tag ohne Nikotin wurde zu einem kleinen Sieg. Und es ist für mich bis heute ein Wunder, jeder einzelne Tag ohne Zigarette ein Tag der Lebensfreude. Punkt 3: Ich habe mich von einem "Freund" getrennt, der in Wirklichkeit gar kein Freund war, sondern ein Mensch, der mir nicht gut getan hat. Es war eine schmerzhafte Befreiung. Es war ein Abschied nach zehn Jahren. Dieser Mensch raucht bis heute, er wird auch niemals damit aufhören. Er hätte versucht, mich davon abzuhalten, mit dem Rauchen Schluss zu machen, nein, nicht direkt, aber mit kleinen Tricks.
 
Erwähnen möchte ich abschließend, dass ich in der ersten Woche eine Packung Nikotinpflaster geklebt habe. Das hat mir am Anfang sehr geholfen, aber nach dieser einen Woche wusste ich, ich schaffe es auch ohne Nikotin im Blut. Die nächsten Tage waren anstrengend aber wie gesagt, ich hielt mich aus. In der dritten Woche wurde ich schwer krank. Ich hatte das erste Mal in meinem Leben eine richtige Grippe. Komisch, dabei lebte ich doch so gesund! Das kann ich mir bis heute nicht erklären. Diese Grippe war so heftig, ich konnte mich kaum noch bewegen. Nach etwa 10 Tagen konnte ich endlich wieder aufstehen. Ich war total geschwächt und wacklig auf den Beinen. Nun aber ist alles wieder okay und ich fühle mich sauwohl in meiner Haut. An das Rauchen denke ich oft. Meist, wenn ich in die Wohnung komme. Dann gehe ich ins Wohnzimmer und strahle wie ein Honigkuchenpferd. Was für eine gute Luft!
 
Ich wünsche allen ehemaligen Rauchern, die jetzt Nichtraucher sind, sie mögen ewig clean bleiben. Ich bete, dass mein Sohn niemals rauchen wird und dass ich nie wieder rückfällig werde.
 
Stefanie

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