Ich heiße Karin
(31) und habe im August 2004 mit dem Rauchen
aufgehört, nach 15 Jahren mit 20-30
Zigaretten täglich.
Dass ich aufhören will, war mir schon
eineinhalb Jahre zuvor klar gewesen – doch
ich brauchte viel Zeit, um es endlich wahr
zu machen. Eine Zeitlang fällte ich jeden
Abend den Entschluss, am folgenden Tag
aufzuhören, und nie habe ich es geschafft.
Meine Schuldgefühle und meine Sorgen um die
eigene Gesundheit wurden immer größer.
Ständig hatte ich Kopfweh und fühlte mich
schlapp, die Stunden, in denen ich unter dem
Rauchen litt, überwogen einfach schon lange
den "Genuss". Trotzdem entschied ich mich
Anfang 2004 bewusst für das Weiterrauchen,
weil ich es einfach nicht schaffte,
aufzuhören, und mir nicht permanent Vorwürfe
machen wollte.
Ende Juli 2004 war es dann doch so weit:
Eine Kollegin fragte zum hundertsten Mal, ob
ich nicht aufhören wollte, und ich sagte
spontan ja. Ich hatte gerade eine neue,
sichere Beziehung angefangen und fühlte mich
entspannt genug, um es zu wagen. Die
Kollegin kaufte mir ein blaues Sparschwein,
und am Abend war klar: Morgen wirst du
Nichtraucherin sein.
Die Folge war ein etwa 90minütiger
Panikanfall, inklusive dicken Tränen und dem
Gefühl, dass ich nie wieder glücklich sein
werde, wenn ich mit dem Rauchen aufhöre. Ich
weinte mich förmlich in den Schlaf und hatte
große Angst vor dem nächsten Tag.
Und was geschah: Ich wachte gut gelaunt und
entspannt auf und fühlte mich bärenstark.
Schon da wusste ich: Mein Gefühlsausbruch am
Abend zuvor war dem Umstand geschuldet, dass
ich es diesmal ernst meinte. Du hörst
wirklich auf mit dem Rauchen.
Seitdem habe ich keine einzige Zigarette
mehr geraucht. Und es ist kaum zu glauben,
wie schnell mir das Nichtrauchen
selbstverständlich schien. Ich hatte mein
ganzes Erwachsenenleben mit der Zigarette
verbracht und glaubte, ganz viel lernen zu
müssen, so ohne "Krücke". Doch erst als
Nichtraucherin begriff ich, wie
selbstverständlich es ist, nicht zu rauchen.
Alles, was man tun muss, ist: nicht rauchen.
Wie bequem das ist! Das Gewissen ist
erleichtert, man muss sich keine Sorgen mehr
um die Gesundheit machen, geht niemandem
mehr auf die Nerven, alles riecht gut, das
Essen schmeckt wieder – wie konnte ich mein
halbes Leben freiwillig darauf verzichten?
Es dauerte einige Wochen, bis ich auch keine
Angst mehr vor Kneipen, Parties usw. hatte,
doch auch diese "Hürden" meisterte ich, weil
ich wusste, dass ich das Richtige tue.
Mein Freund, der zum Glück auch mit dem
Rauchen aufgehört hatte, unterstützte mich
dabei. Mittlerweile, nach zwei Jahren,
verschwende ich keine Gedanken mehr ans
Rauchen. Es stimmt wirklich: Wenn man die
Nase voll hat vom Rauchen, ist es ein
Kinderspiel. Als Nichtraucherin habe ich am
eigenen Leibe begriffen, was es wirklich
heißt, frei zu sein. Das würde ich niemals
wieder
eintauschen wollen!
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