Ich hab 22 Jahre lang etwa eine Schachtel
pro Tag geraucht
und bin seit ca. einem halben
Jahr und hoffentlich für immer
Nichtraucher, schon lange und
mit Sicherheit bis an mein
Lebensende Vegetarier.Erkältungen schlagen mir immer
stark auf die Bronchien und der
Husten ist kaum auszuhalten.
Also habe ich sowieso schon
immer das Rauchen sofort
eingestellt, sobald der erste
Huster raus
kam. Beim letzten Mal
habe ich nach vier Tagen
Dauerhusten einfach nicht wieder
damit angefangen. Statt des
gewohnheitsmässigen Griffs nach
der Kippe habe ich mir jedes Mal
ein Lakritzbonbon
gegönnt, das hilft besser als
Kaugummi.
Auf
Entzugserscheinungen nach 22
Jahren
Nikotinsucht habe ich
vergeblich gewartet. Anfangs
habe ich noch die rauchfreien
Tage und noch einige Zeit die
Wochen gezählt, jetzt werde
ich nur noch grob in Jahren
rechnen.
Ich habe auf
Hilfsmittel (ausser
Bonbons) verzichtet, habe keine Bücher gelesen und auch nicht im
Internet irgendwelche Rauchstop Newsletter abonniert, die mich
täglich an meinen "Verlust"
erinnern und auch nicht auf
Rauchfrei-Webseiten
rumgelungert.
Ich habe meine
Gewohnheiten verändert, z.B.
nach dem Essen sofort aufstehen,
abräumen, Wäsche
waschen, mit dem
Hund raus oder irgendwas gemacht
und das Rauchen aus meinem Leben
gestrichen. Nach über zwanzig
Jahren rauchen, muss man auch
einfach mal was anderes
machen.
Mein Mann raucht immer
noch, hat mir aber geholfen,
indem er einfach
zum Rauchen
aus meinem
Blick- und Geruchsfeld
verschwunden ist,
damit ich aus dem
Trott raus
kam. Anfangs habe ich
es noch vermieden auszugehen und
länger irgendwo zu sitzen, wo ich
vorher geraucht hätte.
Mittlerweile stört mich auch das
nicht mehr.
Was mir sehr geholfen hat
war, dass ich deutlich merken
konnte, wie es mir jeden Tag
besser ging. Die sonst üblichen
Kopfschmerzen blieben aus, ich
war morgens nicht mehr gerädert,
das Treppenlaufen wurde
einfacher, die Zähne wurden
weißer, die Haut wurde
schöner, das Nichtrauchen hatte
also keine Nachteile. Meine
Hündin ist seitdem auch viel
lieber in meiner Nähe, der Rauch
hat sie sonst immer gestört.
An
das
gesparte Geld denke ich auch
nicht, ich geb es einfach aus ;-)
Ich habe übrigens nicht ein
einziges Kilo zugenommen, obwohl
ich eigentlich schon vom
Hingucken zunehme. Ich habe auch
nicht mit Sport angefangen, ich
mach nur Action mit dem Hund.
Ich hab vor dem Aufhören
immer gesagt, irgendwann würde
schon der richtige Tag kommen
und habe einfach drauf gewartet.
Es war wirklich so. Wenn man an
der 40 kratzt, stirbt schon
mal
der eine oder andere Verwandte
oder wird krank. Man fängt an
sich Gedanken zu machen. Vor
kurzem saßen wir zu zehnt abends
im Biergarten und stellten fest,
dass jeder mittlerweile einen
Verwandten und den einen oder
anderen Bekannten oder Freund
vor dessen 60. Geburtstag an den
Lungenkrebs verloren hatte.
Meinen Schwiegervater hat der
Lungenkrebs dahingerafft und
meine Mutter ist schwer
herzkrank, beide Raucher und
Vielarbeiter, die sich nie viel
gegönnt haben, ausser ihrer
gemütlichen Zigarette und ab und
zu Urlaub.
Vor einigen Monaten,
da rauchte ich schon nicht mehr,
lernte ich ein Paar (so um die
50 und wahrscheinlich schon ewig
Raucher) kennen, die waren nicht
mehr in der Lage, einen Satz
ohne nach Luft zu schnappen
rauszukriegen. Die konnten nicht
mal ne Stunde mit ihren Hunden
spazieren gehen. Die beiden waren
so ein deprimierender Anblick,
traurig. So möchte ich in 15
Jahren nicht aussehen.
Noch ein kleiner Tip von mir:
Mit dem Rauchen aufzuhören
sollte kein Verzicht sein,
bei dem man etwas durchhalten
muss. Es sollte eine Veränderung
der Einstellung sein, der Wunsch
in Zukunft gesund zu leben, sein
Leben zu verbessern und zu
verlängern, mehr Freiheiten zu
haben.
Auch wenn man nicht
ständig bewusst daran denkt, hat
jeder wohl eine gewisse Angst
durch das Rauchen irgendwann
schwer krank zu werden und zu
sterben. Man lebt in den
Tag nach dem Motto "Mir passiert
so was nicht", aber die Angst vor
Krebs, Herzinfarkt oder
Schlaganfall nagt tief drinnen
in uns und erzeugt Streß. Auch
wenn das
Risiko nach ein paar
Tagen, Wochen oder Monaten ohne
Zigarette noch genauso hoch ist,
lässt die Angst nach und
irgendwie fühlt man sich besser.
Wenn man sich dann schon für
eine gesündere Zukunft
entschieden hat, kann man auch
gleich an seiner Ernährung
arbeiten. Vor allem über den
Fleisch- und Milchproduktekonsum
sollte man sich Gedanken machen.
Der menschliche Körper ist dafür
ausgelegt, mit Mangelversorgung
klarzukommen. Die heutige
Überversorgung macht uns krank.
Der Fleischkonsum und die
Verarbeitung von Tieren zu
"Lebensmitteln" hat perverse
Ausmaße angenommen. Man findet
kaum Lebensmittel im Supermarkt,
in denen nicht irgendein
Abfallprodukt vom Tier entsorgt
wurde.
Ich ernähre mich streng
vegetarisch, also ohne Fleisch,
Milchprodukte, Eier, Käse etc.
Ich verzichte weitgehend auf
Fertigprodukte und achte auf
tier- und tierversuchsfreie
Kosmetik. Ich lebe sehr gut
damit, sogar ärztlich bestätigt.
Das Leben wird nicht teurer
dadurch, im Gegenteil. Mein
letztes Laster war das Rauchen,
was übrigens auch tausenden
Tieren jährlich ihr jämmerliches
Leben im Labor kostet.
Denkt um,
hört auf zu Rauchen, achtet auf
eure Ernährung und denkt nicht,
ihr könntet sowieso nichts
ändern und schützt damit unseren
Planeten und alle unsere
Mitgeschöpfe.
Viel Erfolg auf dem Weg ins
neue Leben!