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Nichtraucherberichte - Aktion "Rauchfreie helfen Rauchern"

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Rauchfrei.de befragt ehemalige Raucher zu ihren persönlichen Erfahrungen nach dem Aufhören und was sie Rauchern, die gerne aufhören möchten, raten können. Vielen Dank für Ihre Hilfe! Wenn Sie rauchfrei sind und helfen wollen, dann teilen Sie uns Ihre Erfahrungen und Meinung mit via Email

 Tanja (37) "Aufzuhören sollte kein Verzicht, sondern eine neue Lebenseinstellung sein"

Ich hab 22 Jahre lang etwa eine Schachtel pro Tag geraucht und bin seit ca. einem halben Jahr und hoffentlich für immer Nichtraucher, schon lange und mit Sicherheit bis an mein Lebensende Vegetarier.

Erkältungen schlagen mir immer stark auf die Bronchien und der Husten ist kaum auszuhalten. Also habe ich sowieso schon immer das Rauchen sofort eingestellt, sobald der erste Huster raus kam. Beim letzten Mal habe ich nach vier Tagen Dauerhusten einfach nicht wieder damit angefangen. Statt des gewohnheitsmässigen Griffs nach der Kippe habe ich mir jedes Mal ein Lakritzbonbon gegönnt, das hilft besser als Kaugummi.
Auf Entzugserscheinungen nach 22 Jahren Nikotinsucht habe ich vergeblich gewartet. Anfangs habe ich noch die rauchfreien Tage und noch einige Zeit die Wochen gezählt, jetzt werde ich nur noch grob in Jahren rechnen.

Ich habe auf Hilfsmittel (ausser Bonbons) verzichtet, habe keine Bücher gelesen und auch nicht im Internet irgendwelche Rauchstop Newsletter abonniert, die mich täglich an meinen "Verlust" erinnern und auch nicht auf Rauchfrei-Webseiten rumgelungert. 
Ich habe meine Gewohnheiten verändert, z.B. nach dem Essen sofort aufstehen, abräumen, Wäsche waschen, mit dem Hund raus oder irgendwas gemacht und das Rauchen aus meinem Leben gestrichen. Nach über zwanzig Jahren rauchen, muss man auch einfach mal was anderes machen. 
Mein Mann raucht immer noch, hat mir aber geholfen, indem er einfach zum Rauchen aus meinem Blick- und Geruchsfeld verschwunden ist, damit ich aus dem Trott raus kam. Anfangs habe ich es noch vermieden auszugehen und länger irgendwo zu sitzen, wo ich vorher geraucht hätte. Mittlerweile stört mich auch das nicht mehr.

Was mir sehr geholfen hat war, dass ich deutlich merken konnte, wie es mir jeden Tag besser ging. Die sonst üblichen Kopfschmerzen blieben aus, ich war morgens nicht mehr gerädert, das Treppenlaufen wurde einfacher, die Zähne wurden weißer, die Haut wurde schöner, das Nichtrauchen hatte also keine Nachteile. Meine Hündin ist seitdem auch viel lieber in meiner Nähe, der Rauch hat sie sonst immer gestört.
An das gesparte Geld denke ich auch nicht, ich geb es einfach aus ;-) Ich habe übrigens nicht ein einziges Kilo zugenommen, obwohl ich eigentlich schon vom Hingucken zunehme. Ich habe auch nicht mit Sport angefangen, ich mach nur Action mit dem Hund.

Ich hab vor dem Aufhören immer gesagt, irgendwann würde schon der richtige Tag kommen und habe einfach drauf gewartet. Es war wirklich so. Wenn man an der 40 kratzt, stirbt schon mal der eine oder andere Verwandte oder wird krank. Man fängt an sich Gedanken zu machen. Vor kurzem saßen wir zu zehnt abends im Biergarten und stellten fest, dass jeder mittlerweile einen Verwandten und den einen oder anderen Bekannten oder Freund vor dessen 60. Geburtstag an den Lungenkrebs verloren hatte. Meinen Schwiegervater hat der Lungenkrebs dahingerafft und meine Mutter ist schwer herzkrank, beide Raucher und Vielarbeiter, die sich nie viel gegönnt haben, ausser ihrer gemütlichen Zigarette und ab und zu Urlaub.
Vor einigen Monaten, da rauchte ich schon nicht mehr, lernte ich ein Paar (so um die 50 und wahrscheinlich schon ewig Raucher) kennen, die waren nicht mehr in der Lage, einen Satz ohne nach Luft zu schnappen rauszukriegen. Die konnten nicht mal ne Stunde mit ihren Hunden spazieren gehen. Die beiden waren so ein deprimierender Anblick, traurig. So möchte ich in 15 Jahren nicht aussehen.

Noch ein kleiner Tip von mir: Mit dem Rauchen aufzuhören sollte kein Verzicht sein, bei dem man etwas durchhalten muss. Es sollte eine Veränderung der Einstellung sein, der Wunsch in Zukunft gesund zu leben, sein Leben zu verbessern und zu verlängern, mehr Freiheiten zu haben.
Auch wenn man nicht ständig bewusst daran denkt, hat jeder wohl eine gewisse Angst durch das Rauchen irgendwann schwer krank zu werden und zu sterben. Man lebt in den Tag nach dem Motto "Mir passiert so was nicht", aber die Angst vor Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall nagt tief drinnen in uns und erzeugt Streß. Auch wenn das Risiko nach ein paar Tagen, Wochen oder Monaten ohne Zigarette noch genauso hoch ist, lässt die Angst nach und irgendwie fühlt man sich besser.

Wenn man sich dann schon für eine gesündere Zukunft entschieden hat, kann man auch gleich an seiner Ernährung arbeiten. Vor allem über den Fleisch- und Milchproduktekonsum sollte man sich Gedanken machen. Der menschliche Körper ist dafür ausgelegt, mit Mangelversorgung klarzukommen. Die heutige Überversorgung macht uns krank. Der Fleischkonsum und die Verarbeitung von Tieren zu "Lebensmitteln" hat perverse Ausmaße angenommen. Man findet kaum Lebensmittel im Supermarkt, in denen nicht irgendein Abfallprodukt vom Tier entsorgt wurde.
Ich ernähre mich streng vegetarisch, also ohne Fleisch, Milchprodukte, Eier, Käse etc. Ich verzichte weitgehend auf Fertigprodukte und achte auf tier- und tierversuchsfreie Kosmetik. Ich lebe sehr gut damit, sogar ärztlich bestätigt. Das Leben wird nicht teurer dadurch, im Gegenteil. Mein letztes Laster war das Rauchen, was übrigens auch tausenden Tieren jährlich ihr jämmerliches Leben im Labor kostet.

Denkt um, hört auf zu Rauchen, achtet auf eure Ernährung und denkt nicht, ihr könntet sowieso nichts ändern und schützt damit unseren Planeten und alle unsere Mitgeschöpfe.

Viel Erfolg auf dem Weg ins neue Leben!

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Alle Rauchfrei-Berichte sind persönliche Meinungsäusserungen, die uns von ehemaligen Rauchern zur Verfügung gestellt wurden, um durch Veröffentlichung ihrer individuellen Erfahrungen anderen Rauchern beim Aufhören zu helfen. Vielen Dank. Rauchfrei.de macht sich die Meinungen nicht zu eigen. Berichte können bei Bedarf um Tippfehler bereinigt oder gekürzt worden sein.

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