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Nichtraucherberichte - Aktion
"Rauchfreie
helfen Rauchern" |
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Rauchfrei.de
befragt ehemalige Raucher zu ihren persönlichen Erfahrungen nach dem
Aufhören und was sie Rauchern, die gerne aufhören möchten, raten
können. Vielen
Dank für Ihre Hilfe! Wenn Sie rauchfrei sind und helfen wollen, dann teilen Sie uns Ihre Erfahrungen
und Meinung mit via
Email |
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Klaus
"Protokoll eines (
Fast-) Abschiedes oder Wie ich ein neues Leben geschenkt bekam." |
Ich hatte bis zu jenem
schicksalträchtigen Tag über 40
Jahre lang bis zu 80 Zigaretten am Tag geraucht.
Aber zu Beginn möchte ich Euch eine Frage stellen. Habt
Ihr Euch schon mal Gedanken darüber gemacht, was im
Leben wichtig und was absolut unwichtig ist?
Wie setzt ich meine Prioritäten, muss ich alles
mitgemacht haben oder sogar überall gewesen sein um ein
erfülltes und glückliches Leben gehabt zu haben? Ist es
Wichtig Karriere zu machen und der Beste zu sein?
Ich habe die Antwort auf all diese Fragen gefunden. Wie?
.... der Reihe nach....
Eigentlich fing der Tag an wie schon viele vor ihm auch.
Ich bin mal wieder zu Hause in Slowenien, wir haben
Montag den 22. September 2008 .
Ich stand morgens auf und so gegen 9:30 Uhr begebe ich
mich auf den Weg ins Haupthaus um einen guten duftenden
Kaffee zu kochen. Meine Mutter, die gute Seele, ist auch
schon da und fragt mich bei der Gelegenheit gleich nach
meinem Essenswunsch fürs Mittagsmahl.
Nun, da brauche ich heute nicht lange überlegen. „Paprikasch“
kommt es wie aus der Pistole geschossen hervor, das
hätte was. Mutter und ich tranken dann noch in ruhe
unseren Kaffee, bevor ich mich an die Arbeit machte. Ich
wollte noch alles vorbereiten für Gartenarbeit die ich
mich für den Tag vorgenommen hatte.
Mittlerweile ist es schon Mittag geworden, die Uhr
schlägt 12:00. Es gibt Essen. Wie immer schmeckt es
total Lecker und als ich fertig mit Essen war legte ich
mich noch für ein Stündchen hin.
Um ca. 13:20 Uhr , ich war mittlerweile schon wieder am
Arbeiten ( Malochen) im Garten, verspürte ich auf einmal
einen Druck auf der Brust, „hmm“ denke ich mir so; „Was
soll das denn jetzt?“ Kaum zu Ende gedacht bemerkte ich
ein kribbeln in beiden Armen, gleichzeitig wurde mir
Eiskalt. Übelkeit, ein starker Brechreiz und auf einmal
beginnt die Apokalypse, im wahrsten Sinne des Wortes,
über mich hereinzubrechen. Ein Brechdurchfall übernimmt
die Kontrolle meines Körpers. Ich spüre, das diese Sache
nichts mit einer normalen Übelkeit zu Tun hat. Aber ich
hatte keine Ahnung was mich noch erwarten würde.
Ich versuchte die Lage unter Kontrolle zu bekommen,
indem ich mich ins Bett legte in dem Glauben mich da
schneller Erholen zu können. Ein Irrglauben!! Im
Gegenteil, es wurde schlimmer, mein Zustand
verschlechterte sich kontinuierlich. Ich greife jetzt in
meiner Angst zum Haustelefon und um meine Mutter zu
informieren.
Als sie abnimmt sage ich nur: „ Mutter ich brauche einen
Notarzt, schnell!“
Sie kennt mich und weiß, wenn Klaus so etwas sagt, dann
ist die Lage Ernst. Sehr Ernst. Vor lauter Aufregung
ruft sie Polizei und Rettungsdienst an
( Doppelt hält besser. Mütter eben ;-) ... )
Mittlerweile habe ich jedes Zeitgefühl verloren, ich
trete ab. Ich verlasse die Bühne.
Plötzlich Wache ich auf, drei in Rot gekleidete Personen
bearbeiten meinen Körper...
Ich drifte ab... bin weg, einfach so.
Dann komme ich wieder zu mir ( Leute, ich kann Euch
sagen, ein hin und her ), und zwar im Notarztwagen. Eine
Notärztin über mir mit einem Defibrillator in den
Händen. Ich höre sie nur sagen „ Da ist er wieder“ (
Später erfahre ich von Ihr, das ich Tot war!!!).
Der Fahrer des Notarztwagens ist ein absoluter
Vollprofi, jedenfalls kam es mir so vor. Er driftet um
die Ecken wie Schumi, und immer wieder höre ich die
Ärztin sagen „ Klaus... wach bleiben.. wach bleiben,
bleib da“
Ich bekomme Schmerzmittel bis zum Umfallen, damit könnte
man ne Horde wilder Bullen einschläfern.
Auf einmal finde ich mich im UKC- Maribor (
Universitetni klinicni center) wieder.
Meine Sachen werden mir vom Körper gerissen.... Not- OP
!!!!
Ich bin immer wieder weg... Wache nun auf dem OP- Tisch
liegend auf. Was passiert mit mir? Man legt mir einen
Stent (Ein Stent ist ein medizinisches Implantat, das in
bestimmte Organe eingebracht wird, um ihre Wand ringsum
abzustützen. Es handelt sich um ein kleines Gittergerüst
in Röhrchenform aus Metall oder Kunststoff. ) ... es
wird nur örtlich betäubt!!!
Ich werde nun auf die Intensiv geschoben und realisiere
hier zum ersten mal überhaupt was ich hatte. „Man
Klaus“, sagte ich zu mir selbst. „Ich glaube wir hatten
einen Herzinfarkt!!“
Und wie durch ein Wunder, ich hatte ihn ohne große
Schäden überstanden.
Schon machte ich mir Gedanken. Drei Tage
Krankenhausaufenthalt müssen reichen, ich muß zurück
nach Deutschland, weil ich fahre ja mit Jürgen& Doris.
30.09.2008
08:00 Uhr. Ich bin bei meinem Hausarzt in HH. Der schaut
sich den Befund an und gibt mir sofort die Adresse eines
Kardiologen. Ich bekomme auch ziemlich schnell einen
Termin.
Also nix wie hin. Der Kardiologe schaut sich die
Unterlagen in aller Ruhe an und meint ganz kurz und
knapp „ 9.10.2008 ist Ihre Bypass OP!!“
Ich schau Ihn an wie ein Auto... „ wie OP??“
Daraufhin fragte Er mich nur: „ Herr Pan, wollen Sie
Leben?“
Natürlich will ich Leben, also machen wir die OP!!!
09.10.2008
Ich bin mit meiner Frau in der CardioClinic Hamburg
angekommen. Man wird hier sehr freundlich empfangen und
aufgenommen. Nach dem ausfüllen einiger Anträge und
Formulare, ist es mittlerweile Mittag geworden. Leider
darf ich nix Essen, da ich ja Nüchtern sein muß. Kurz
darauf werde ich zur Besprechung gebeten. Mit dabei sind
der Operateur Dr. Bader, sein Assistent Dr. Przylusiki
und der Anästhesist Dr. Woroszylski. Es muß ja
schließlich alles gut geplant werden, denn die beste OP
ist sinnlos, wenn der Patient später nicht mehr
aufwacht.
Als die Besprechung dann zu Ende ist sind wir auch alle
per Du. Ist einfacher und lockerer so.
Ich werde nun auf die bevorstehende OP vorbereitet.
Juhuu, ich bekomme was ich schon immer mal wollte. Eine
Komplettrasur. Bingo!
Um 18.00 Uhr MEZ ist dann die OP angesetzt. Als ich auf
den Tisch geschoben werde sage ich „ Ganz schön kalt
hier“ , obwohl auf dem OP- Tisch ja eine Heizmatte
liegt, wie mir der Anästhesist versichert. Trotzdem
friert es mich.
Da höre ich plötzlich den Anästhesisten sagen „ Für den
Klaus mal volle Kanne nun“
Und weg..... heia
Irgendwann wache ich dann auf, kann aber nicht sprechen.
Was ist los, denke ich mir .
Wollte doch beim aufwachen Rock´n Roll sagen, das hatte
ich zumindest meiner liebsten versprochen. Na ja. Es
kommt eben immer anders als man denkt. Jetzt merke ich
auf einmal warum ich nichts sagen kann. Ich habe ja noch
immer einen Schlauch im Mund.
Dann nach endlosen 2 Std. wird der Schlauch endlich
entfernt. Aber Leute, ich sage lieber nicht wie Sch...
weh das tut.
Alles in allem hat die OP 160 min. gedauert, ich liege
nun hier im Aufwachraum. Eine Schwester kümmert sich um
mich. Sie redet mit mir und macht Witze, das tut gut.
Nach einiger Zeit werde ich dann auf mein Zimmer
gebracht. Ich warte auf meine Frau.
Ich hatte viel Zeit zum Nachdenken. Und ich habe mir die
anfangs gestellten Fragen selbst gestellt.
Die Antworten darauf weiß wohl jeder selbst, aber sein
Leben danach auszurichten wird man wohl erst schaffen,
wenn man kurz davor war das Wertvollste was es überhaupt
gibt zu verlieren.
Sein Leben.
Rauchfrei 22.09.2008 und ich werde auch nicht mehr
anfangen ,die Angst ist größer als die Sucht, wer 2 mal
Tot war Lebt anders.
Beste Grüße
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persönliche Meinungsäusserungen, die uns von ehemaligen Rauchern zur
Verfügung gestellt wurden, um durch Veröffentlichung ihrer individuellen
Erfahrungen anderen Rauchern beim Aufhören zu helfen. Vielen Dank.
Rauchfrei.de macht sich die Meinungen nicht zu eigen. Berichte können bei
Bedarf um Tippfehler bereinigt oder gekürzt worden sein. |
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