Hallo liebe
Nichtraucher und
solche, die es
noch werden
wollen!
Ich bin 44 Jahre
und habe 1985
mit dem Rauchen
angefangen und
von da an ca. 20
Stücke pro Tag
geraucht.
Nach mehr als
290 Tagen ohne
Zigaretten
möchte ich mal
einen kleinen
Zwischenbericht
geben, wie es
mir so ergangen
ist, warum ich
überhaupt
aufgehört habe
und wie ich mich
motiviere.
Alles fing an
einem Sonntag,
dem 10. April
2011 an. Meine
jetzige Frau und
damalige
Freundin - sie
kommt übrigens
aus Schweden, wo
mit dem Thema
Rauchen noch ein
wenig anders
umgegangen wird
als hier in
Deutschland -
hat sozusagen
die Initiative
ergriffen und
mich mehr oder
weniger
gezwungen, mit
dem Rauchen
endlich
aufzuhören. Sie
hat an diesem
Morgen alle
Zigaretten, die
im Haus verteilt
herumlagen
entsorgt.
Natürlich nicht
in der normalen
Mülltonne,
sondern irgendwo
in öffentlichen
Mülltonnen,
sodass überhaupt
keine Chance für
mich bestand –
glaubte sie
zumindest - an
den Stoff des
Verlangens zu
kommen. Was sie
nicht wusste
war, dass ich
noch zwei
Stangen in einer
alten
Aktentasche
gebunkert hatte,
die schon Jahre
dort auf ihren
Verzehr gewartet
haben.
Bevor ich nun
schildere, wie
dieser erste Tag
dann ablief,
möchte ich auch
die
Vorgeschichte
erzählen, die
sicherlich einen
großen Einfluss
auf das jetzige
Ergebnis hatte.
Geraucht habe
ich seit dem ich
18 war, also
ungefähr 25
Jahre. Mein
Vater hat auch
ungefähr mit 18
angefangen zu
rauchen und er
ist 2010 an den
Folgen von
Lungenkrebs im
Alter von 69
Jahren
gestorben, er
hat also
ungefähr 50
Jahre -
unglaublich! -
geraucht. Als
ich und meine
Frau gesehen
haben, was diese
Sucht mit deinem
Körper anstellen
kann, war es für
mich eigentlich
nur eine Frage
der Zeit, wann
ich endlich
aufhören würde
zu rauchen. Aber
wie so oft ist
der richtige
Zeitpunkt dafür
nie gekommen, es
gab immer
irgendetwas, was
Grund genug für
mich war, weiter
zu rauchen. So
sind dann noch
weitere neun
Monate ins Land
gegangen – mit
Zigaretten - bis
meine Frau
Fakten
geschaffen hat
weil sie die
ständigen
Ausreden satt
hatte und im
Alter nicht
alleine sein
will.
Nun jedenfalls
wachte ich an
dem
Sonntagmorgen
auf, ging ins
Bad und machte
mich für den
kommenden Tag
startklar. Nach
der
Morgentoilette
bin ich wie
immer in die
Küche gegangen,
um mir dort
einen Espresso
aus der guten
Saeco Maschine
zu ziehen, was
leider nicht
sofort möglich
war, weil der
Satzbehälter
voll war. Ich
nahm also den
Behälter mit den
gemahlenen
Kaffeeresten
heraus und
wollte ihn in
der Mülltonne
entleeren, als
ich voller
Entsetzen
feststellte,
dass in der
Mülltonne viele
zerschnittene,
zerrissene und
zerdrückte
Zigaretten
lagen. Mir war
sofort klar was
passiert ist und
ich stürmte
sofort in mein
Büro, um
festzustellen ob
meine eiserne
Reserve auch weg
war. Dort
angekommen
musste ich
feststellen,
dass zwar die
zwei Stangen aus
meinem "kleinen
Zigarettenlager"
verschwunden
waren, nicht
aber die beiden
Stangen in dem
Aktenkoffer. Das
war nun
endgültig die
Bestätigung
dessen, was ich
bis dahin nur
vermutet hatte.
Meine Stimmung
wandelte sich
von normal als
ich aufstand, zu
entsetzt als ich
die Zigaretten
in der Mülltonne
sah, bis hin zu
stinkwütend, wie
mir jemand so
etwas antun
kann. Ich hatte
die Wahl,
entweder die
Zigaretten aus
dem Aktenkoffer
zu nehmen und zu
rauchen, oder
die Chance zu
nutzen und
meinen ersten
wirklichen
Versuch zu
starten, mit dem
Rauchen
aufzuhören. Ich
konnte mich
nicht
entscheiden,
alles war so
absurd. Ich
wollte natürlich
aufhören - keine
Frage – aber
doch bitte nicht
jetzt! Auf der
anderen Seite
war es meine
Frau - ähm
damals noch
Freundin -, die
über ein Jahr
wirklich alles
versucht hat,
mir das Rauchen
abzugewöhnen,
was dann
meistens in
Streit endete
und natürlich
keinen Erfolg
hatte. An diesem
Sonntag war das
anders. Ich
begriff, dass
sie das nur für
mich tut, dass
sie mich nicht
auf dieselbe Art
und Weise
verlieren will,
wie ich meinen
Vater! Natürlich
war ich immer
noch
stinkwütend,
aber ich habe es
geschafft nicht
zu rauchen,
obwohl ich mir
jederzeit hätte
eine anzünden
können. Ich habe
mit ihr den
ganzen Vormittag
nicht wirklich
gesprochen,
sondern habe mir
einen Putzlappen
gegriffen und
das Bad sauber
gemacht. Im
Prinzip bestand
dieser Tag nur
daraus, bewusst
nicht zu
rauchen, wütend
zu sein und zu
hoffen, dass ich
es schaffe.
Am nächsten Tag
musste ich zur
Arbeit und meine
Frau auf
Geschäftsreise
nach Schweden -
eine gute
Gelegenheit
vielleicht doch
noch eine letzte
Zigarette zu
rauchen dachte
ich - aber im
Büro angekommen
habe ich auf die
Uhr geschaut und
festgestellt,
dass ich nun
schon ungefähr
22 Stunden ohne
Zigarette
ausgekommen bin
und immer noch
lebe! Ich fasste
den Entschluss
zumindest noch
den Tag voll zu
machen und
musste auch
jedes Mal an
meine Frau
denken, mit
welcher
Entschlossenheit
sie vorging und
ich hatte
wirklich Angst,
sie zu verlieren
würde ich wieder
mit dem Rauchen
anfangen.
So ging es dann
noch für ca.
eine Woche
weiter. Ich
rechnete, wie
lange es nun
schon her war,
dass ich die
letzte Zigarette
geraucht hatte,
wie viel Geld
ich gespart habe
und welche
Freude ich
meiner Frau
machte.
Anfänglich gab
es ziemlich
viele
Situationen, in
denen ich aus
Gewohnheit eine
Zigarette
geraucht hätte,
zum Kaffee, nach
einer Autofahrt
- ich habe nie
im Auto geraucht
-, nach einer
halben Stunde im
Büro - dort
musste ich nach
draußen gehen –
und natürlich
nach dem
Aufstehen und
vor dem ins Bett
gehen auf der
Terrasse -
drinnen war
rauchen Tabu! Im
Großen und
Ganzen war die
erste rauchfreie
Woche nach 25
Jahren Sucht
sehr
durchwachsen,
ich war sehr
gereizt,
wahrscheinlich
unausstehlich
aber mit jedem
Tag, der dazu
kam wurde es
einfacher. Das
Verlangen nach
einer Zigarette
kam immer
seltener und war
nach ungefähr
drei Monaten
ganz
verschwunden.
Etwas seltsam
waren
Situationen, in
denen ich früher
immer geraucht
hatte. So zum
Beispiel wenn
ich als
Vielflieger zu
einem Flughafen
kam. Als Raucher
habe ich mich zu
allererst nach
Rauchmöglichkeiten
umgesehen, oder
unmittelbar nach
der Ankunft eine
Zigarette
angezündet -
manchmal sogar
in den ekeligen
Raucherbuden am
Flughafen. Oder
als wir unseren
ersten
rauchfreien
Urlaub auf
Sardinien
machten -
natürlich
betrifft das
"rauchfrei" nur
mich! - und ich
mir keine
Gedanken darüber
machen musste,
ob ich vor Ort
meine
Lieblingsmarke
kaufen kann und
wenn nicht, ob
ich genug
Zigaretten
eingepackt
hatte. Oder ganz
simpel wenn ich
aus dem Haus
ging. Früher
hätte ich
sichergestellt,
dass ich Feuer
und Zigaretten
nicht vergessen
habe, heute sind
meine Taschen
leer!
Ich habe mir
natürlich auch
darüber Gedanken
gemacht, dass
viele Leute
berichteten, sie
hätten ohne
Zigaretten sehr
an Gewicht
zugenommen. In
den ersten
Wochen habe ich
unbewusst dann
auch verstärkt
Süßigkeiten
gegessen,
sozusagen als
Ersatz damit die
Hand zum Mund
geführt wird.
Ich habe auch
zugenommen, aber
lediglich fünf
Kilo die mit
etwas Sport
schnell wieder
weg sind - hoffe
ich jedenfalls.
Aber mal ganz
ehrlich, was
sind schon ein
paar Kilo - und
ich habe noch
immer
Idealgewicht,
nur jetzt am
äußeren Ende der
Skala - im
Vergleich zu
eventuell
auftretenden
unheilbaren
Krankheiten. Der
Arzt, der meinen
Vater behandelte
hat kurz vor
Ende gesagt:
"Wir können den
Krebs nicht
heilen, wir
können lediglich
versuchen den
Verlauf der
Krankheit zu
verlangsamen und
im besten Fall
zu stoppen."
Wenn ich heute
durch die
Straßen gehe
sehe ich die
vielen Raucher
und in diesen
Momenten bin ich
froh, dass ich
nicht mehr
dazugehöre. Ich
habe es
geschafft, diese
kleinen
Stängelchen zu
besiegen - ich
bin stärker als
sie und DU
kannst das auch!
Wenn man sich
die Zeit ohne
Zigaretten mal
in Zahlen
betrachtet sieht
das ungefähr so
aus:
- 250 Tage
rauchfrei
- 1250 € gespart
(oder zumindest
nicht in
Zigaretten
angelegt)
- 5800 mal
"nein" zur
Zigarette gesagt
(wenn auch
meistens
unbewusst)
- 17500 Minuten
nicht mit
Rauchen
vergeudet - das
sind 290 Stunden
oder mehr als 12
Tage!
All die
Argumente, die
Raucher ins Feld
führen, warum
sie nicht
aufhören wollen,
haben sich in
Luft aufgelöst.
Wenn ich früher
behauptet habe,
die Zigarette
schmeckt gut,
dann ist das
sicherlich
Mumpitz. Die
Zigarette
schmeckt nicht
gut und man hat
einen üblen
Nachgeschmack,
ganz zu
schweigen von
den Gerüchen und
Geschmäckern,
die unsere nicht
rauchenden
Partner
wahrnehmen. Das
gleiche gilt für
das Argument,
dass man die
Gemeinschaft der
Raucher nicht
mehr hat, wenn
man sich nicht
alle halbe
Stunde draußen
vor der Tür in
der Kälte trifft
und sich über
irgendwas
unterhält. Ich
kann nur sagen,
ihr könnt nach
wie vor dort
hingehen und
nicht rauchen,
aber nach sehr
kurzer Zeit
werdet ihr
feststellen,
dass es weitaus
angenehmer ist,
sich im warmen
Büro mit den
Kollegen zu
unterhalten als
draußen. So
verhält es sich
auch in der
Kneipe, wenn ihr
- wie die
Mehrheit der
anderen Gäste,
achtet mal
darauf! - am
Tisch bei einem
schönen Glas
Wein oder einem
Bier sitzen
bleiben könnt,
ohne die
Unterhaltung mit
den Freunden zu
unterbrechen.
Abschließend
möchte ich noch
sagen, dass ich
mit diesem
Bericht so lange
gewartet habe,
weil ich sicher
sein wollte,
dass ich nicht
wieder
rückfällig
werde. Ich bin
auch gerne
bereit, euch
Tipps zu geben,
wie ihr es auch
schaffen könnt,
entweder per
E-Mail oder
vielleicht sogar
am Telefon. Ihr
könnt auch einen
Eintrag in mein
Gästebuch
machen, wenn
euch dieser
Beitrag
gefallen, oder
sogar dabei
geholfen hat mit
dem Rauchen
aufzuhören.