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Aktion Rauchfreie helfen: Nichtraucher-Berichte

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Rauchfrei.de befragt ehemalige Raucher zu ihren persönlichen Erfahrungen nach dem Aufhören und was sie Rauchern, die gerne aufhören möchten, raten können. Vielen Dank für Ihre Hilfe! Wenn Sie rauchfrei sind und helfen wollen, dann teilen Sie uns Ihre Erfahrungen und Meinung mit via Email

    Ingrid (36) "Rauchfrei-Termin setzen und jedem weitererzählen"                    weitere Berichte

Also ich habe vor 6 Monaten aufgehört und es ging einfacher als ich mir zu träumen gewagt hatte.
Ich hatte mir meinen 36 Geburtstag als Nichtraucher-Termin gesetzt und allen davon erzählt. Ich dachte mir, wenn ich es nicht schaffen sollte, blamiere ich mich wenigstens, da ich als sehr starke Raucherin (ca. 40 Zigaretten am Tag) selbst nicht ganz daran geglaubt habe. Aber ich wollte den anderen schon zeigen, dass ich es schaffe.
Die ersten drei Tage waren echt der Hammer, ich hatte schlechte Laune, die schon nicht mehr auszuhalten war. Für jeden Piep habe ich meine Familie angemeckert, die aber für meine Situation Verständnis hatten und mir aus dem Weg gegangen sind. 
Am dritten Tag hatte ich einen Rückfall und ich dachte, ich sterbe, wenn ich mir jetzt keine anstecke. Dann bin ich mal eben schnell zur Tanke und hab mir Zigaretten geholt. Zuhause auf dem Balkon habe ich mir gierig eine angesteckt und ....Oje....das hätte ich lieber nicht tun sollen. Mir wurde total schwindelig davon. Nach drei Zügen habe ich die Kippe vom Balkon gepfeffert. Dann habe ich die Schachtel genommen und mir gesagt, jetzt ist endgültig Schluss damit und sie in den Mülleimer gedonnert.
Meinem Mann (er ist immer noch Raucher) hat das Herz geblutet, als ich ihm das erzählt habe. Na gut, ich hätte ihm ja die Schachtel geben können, aber nein, ich wollte den Dingern ja beweisen, dass ich sie hasse.
Na jedenfalls ging es mir am vierten Tag schon viel, viel besser und ich habe mich gewundert, was ich auf einmal alles rieche und auch schmecke. Ich hab mich auf den Balkon gestellt und in die Luft geschnüffelt wie ein Hund. Oh Gott....hoffentlich haben die Nachbarn mich nicht gesehen.
Tja, aber leider kamen auch immer wieder diese Verlangensattacken, die mich in die Wirklichkeit zurückholten. Ich war also doch noch nicht drüber weg.
Aber ich merkte auch bald, dass diese Attacken immer nur ein paar Minuten anhielten. Diese galt es zu überbrücken.
Jedes mal, wenn das Verlangen kam, sagte ich mir, nein Ingrid, dir wird übel, wenn du jetzt eine rauchst und so schwindelig, dass du umkippst. Laß es lieber.
Um meinen Fingern das Rauchen abzugewöhnen, habe ich immer mit dem Daumen die Dose von meinem Eclipse Minze Blättchen, die ich mir beim Nikotinverlangen immer in den Mund schob, auf und zu gemacht. Das hat meine Finger abgelenkt.
Beim Telefonieren habe ich auf einen Zettel herumgekritzelt. Ist doch Quatsch, dass man dabei eine Zigarette braucht. Alles nur Einbildung, habe ich mir gesagt.
Nach dem Essen bin ich sofort vom Tisch aufgestanden und habe den Abwasch gemacht, so brauchte ich keine Zigarette nach dem Essen.
So habe ich langsam, Schritt für Schritt, meinem Kopf das Rauchen abgewöhnt.
Denn es ist wirklich eine Kopfsache. Körperlich war ich schon nach drei Tagen drüber hinweg, aber der Kopf wollte sich das Rauchen noch nicht abgewöhnen.
Die erste Zeit habe ich bewußt Orte gemieden, an denen geraucht wird und mein Mann muß seitdem auf dem Balkon rauchen. Aber er ist voll Stolz auf mich und akzeptiert, dass er nun in der Wohnung nicht mehr rauchen darf. Auch die Bekannten nehmen alle Rücksicht und rauchen nun an der frischen Luft.
Ich hätte ja nie gedacht, dass Zigaretten so stinken können. Wie konnte ich mir sowas  nur 22 Jahre lang antun???
Nebenbei habe ich jeden Tag 3 € in eine Spardose geworfen, soviel wie ich für eine Schachtel Zigaretten ausgegeben hätte.
Am Ende des Monats hatte ich fast 100 € zusammen. Hammer geil! Soviel Geld habe ich noch nie gespart in einem Monat. Da habe ich erst mal gemerkt, wieviel Geld man diesen Zigarettenfabrikanten in den Rachen stopft.
Von mir nicht mehr, hab ich mir geschworen und von dem Geld habe ich mir was Schickes zum Anziehen gekauft.
Leider habe ich aber auch jetzt noch, nach 6 Monaten ohne Nikotin, Verlangensattacken. Aber die sind Gott sei Dank nur noch selten und wenn mich eine überfällt, dann sage ich mir:
Ingrid, was hast du davon, wenn du jetzt eine rauchst? Dir wird nur übel davon und du wirst wieder süchtig. Willst du das? Dir geht es doch so toll ohne die Dinger die dein Leben bestimmt haben, willst du das alles wieder aufs Spiel setzen?
Nein!!!! Niemals!!!!
Und dann ist die Zigarette auch sofort wieder vergessen.
Alles gute und viel Glück beim Abgewöhnen wünscht Euch 

Ingrid

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