Rauchen News 2006    

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Geplantes bundesweites Rauchverbot gekippt - Dez 2006
Die 'Süddeutsche Zeitung' berichtete am 8.Dezember 2006, dass die Regierungskoalition nur noch ein Rauchverbot in bundeseigenen Ministerien und Behörden beschliessen will. Eine bundesweite gesetzliche Regelung in Schulen und Restaurants wäre damit vom Tisch, weil verfassungsrechtliche Gründe dagegen sprächen. Die Länder sollen nun aufgefordert werden, den Nichtraucherschutz in Krankenhäusern, Schulen, Kindergärten und Restaurants selbst durchzusetzen. Kritiker sprechen "von einer Bankrotterklärung gegenüber der Tabaklobby".
Rauchverbot


Belgien führt Horrorbilder auf Zigarettenschachteln ein - Dez 2006
"Die Welt" berichtete, daß Belgien als erstes EU-Land Zigarettenschachteln neben den schriftlichen Warnhinweisen mit Schockbildern, die unter anderen verrottete Zähne, verrunzelte Haut, zerfressene Lungen, sterbende Menschen u.a. zeigen, versehen wird. Ab Juni 2007 Zeit müssen alle Packungen bei den Händlern damit bebildert sein.
Die Initiative mit insgesamt 42 Schockbildern aus dem Jahr 2004 geht auf David Byrne, den ehemaligen EU-Gesundheitskommissar zurück. Zigarettenschachteln mit Bildern sind unter anderem bereits in Kanada, Brasilien, Singapur und Thailand im Umlauf.

EU-Schockbilder


Rauchverbot in öffentlichen Räumen und Restaurants in Sicht - Dez 2006
ZDF heute berichtete, daß sich die Regierungskoalition auf ein weitgehendes Rauchverbot in Restaurants und öffentlichen Gebäuden geeinigt hat. Der Kompromiss der zuständigen Arbeitsgruppe sieht vor, daß in Speiserestaurants nicht mehr geraucht werden darf, es sei denn in getrennten, abgeschlossenen Raucherräumen. Außerdem sollen öffentliche Gebäude, Krankenhäuser, Schulen und alle anderen Einrichtungen, in denen Kindern betreut werden, rauchfrei werden. Die Strafen bei Missachtung sollen für Gäste bis 200 Euro und für Wirte bis 5000 Euro betragen.
Kneipen, Bars, Nachtclubs Discos oder auch Bierzelte bleiben vorerst aussen vor. Der genaue Zeitpunkt der Umsetzung ist noch nicht bekannt.

Aktuelle Umfrage

Nichtraucherpapst Allen Carr gestorben - Nov 2006
Der britische Autor des weltweiten Nichtraucher-Bestsellers
"Endlich Nichtraucher!" starb im Alter von 72 Jahren in seinem Haus in Spanien. Erst im Sommer erfuhr Carr, daß er an unheilbarem Lungenkrebs erkrankt war.
Als mögliche Ursache dafür werden das Passivrauchen in seinen über Jahre gehaltenen
Entwöhnungs-kursen, in denen von den Teilnehmern geraucht w
erden durfte, genannt. Allen Carr war jedoch selbst starker Raucher und hatte erst mit 50 Jahren das Rauchen aufgehört.
S
ieben bis zehn Millionen Leser sollen mit Hilfe der Easy-Way-Methode des No-Smoking-Gurus das Rauchen beendet haben.

Bücher Allen Carr


Rauchverbot in Frankreich ab 2007 geplant - Okt 2006
Das Rauchen an öffentlichen Plätzen soll ab dem 1. Januar verboten werden, meldete die Webseite Tagesschau.de. Für Bars mit Tabakverkauf, Discotheken und Spielkasinos soll es Ausnahmen geben. Laut 'Le Figaro' soll das Verbot im Oktober per Erlass verkündet werden.
Der Französische Gesundheitsminister Bertrand begründete das Verbot mit jährlich 66 000 Tabaktoten, darunter 5000 die durch Passivrauchen sterben.
Das Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden findet bei über einem Dreiviertel der Franzosen Zustimmung.


Rückt Rauchverbot in Deutschland näher? - Sep 2006
Die Financial Times Deutschland berichtete, dass die SPD auf eine zügige Abstimmung des Bundestages über ein gesetzliches Rauchverbot drängt. Eine Gruppe von Abgeordneten wolle in der kommenden Woche einen Antrag einbringen, der das Rauchen in öffentlichen Räumen und in der Gastronomie untersagt. Ob die Initiatoren, denen bislang 140 Abgeordneten vor allem aus SPD und Linkspartei angehören, ein Nichtraucherschutzgesetz erzwingen, gilt als fraglich. Besonders eine Mehrheit für den Nichtraucherschutz in Gaststätten ist unsicher, da die FDP und Teile der Union eine gesetzliche Regelung für die Gastronomie ablehnen und wie bisher auf freiwillige Lösungen setzen. Eine Abstimmung darüber wird aber erst im Oktober erwartet.

Rauchverbot


Neues US- Präparat zur Raucherentwöhnung - Aug 2006
Die Welt“ berichtet über die Zulassung eines neuen Medikamentes in den Vereinigten Staaten. Der Inhaltsstoff Varenicline, ein synthetischer Wirkstoff der Extrakten aus dem Goldregen gleicht, setzt an den Nikotin-Rezeptoren an. Dort ersetzt er Nikotin und löst das gleiche Belohnungsgefühl aus, welches beim Nikotin für die Suchtentstehung verantwortlich gemacht wird.
In den durchgeführten Untersuchungen erwies sich der Stoff dreimal wirksamer als ein Placebo. Nach einem Jahr waren jedoch nur noch ein Drittel der zunächst Rauchfreien immer noch Nichtraucher. Das bestätigt die These, dass neben der Nikotinsucht die Gewohnheit des Raucherverhaltens von Bedeutung ist.
Hilfen zur Raucherentwöhnung


Deutsche Gastwirte fürchten Rauchverbot - Aug 2006
Die "Wirschaftswoche" berichtet, dass deutsche Gaststätten mehrheitlich ein gesetzliches Rauchverbot ablehnen, weil sie Umsatzeinbussen und infolge Arbeitsplatzverluste befürchten. Derzeit gibt es lediglich eine Selbstverpflichtungskampagne des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) ausreichend Plätze für Nichtraucher in Gaststätten zu schaffen.
Die Erfahrungen im Ausland können hingegen durchweg als positiv gewertet werden. In New York zum Beispiel wurde im März 2003 ein generelles Rauchverbot in Kneipen, Bars und Restaurants eingeführt. Im ersten Jahr nach Einführung stiegen die Umsätze in Restaurants und Bars um 8,7 Prozent und die Zahl der im Gastgewerbe Beschäftigten ist seitdem um rund 25.000 auf 184.000 gestiegen.
Rauchverbot

Raucher können von Stellenbewerbung ausgeschlossen werden - Aug 2006
Die EU erlaubt in Zukunft speziell auf Nichtraucher zugeschnittene Ausschreibungen für Arbeitsplätze“ berichtet der ORF Vorarlberg. Die Beschränkung von Annoncen auf Nichtraucher soll demnach keine Diskriminierung von Rauchern nach EU-Gesetzen darstellen.
Derzeit ist die gezielte Stellensuche nach Nichtrauchern eher noch selten und die Ausnahme
. Es gibt aber Spezialfälle im Tourismusbereich, wo bereits Nichtraucher z.B. für rauchfreie Restaurants gesucht werden.
Rauchen am Arbeitsplatz


Seehofer will EU-Tabakwerbeverbot unverzüglich umsetzen - Juni 2006
Der EU-Generalanwalt hatte dem Europäischen Gerichtshof vorgeschlagen, die deutsche Klage gegen die Tabakwerbeverbot-Richtlinie, welche Werbung in Zeitungen, Zeitschriften und im Internet untersagt, abzuweisen. Der Gerichtshof war in der Vergangenheit stets den Empfehlungen des Generalanwalts gefolgt.
Verbraucherschutzminister Horst Seehofer erklärte daraufhin die EU-Richtlinie umgehend in nationales Recht umzusetzen, da eine Abweisung der Klage droht und bei Nichtumsetzung der EU-Richtlinie Strafen in Millionenhöhe fällig wären.
Gegner des Werbeverbotes befürchten Umsatzeinbussen für die Werbebranche in dreistelliger Millionenhöhe. Befürworter erhoffen sich vor allem weniger jugendliche Raucher, auf die die Werbung der Zigarettenindustrie hauptsächlich zielen soll.

Aktuelle Umfrage

Neues Medikament gegen Nikotinsucht in den USA - Mai 2006
Spiegel-online und das Deutsche Ärzteblatt berichteten über ein neues amerikanisches Medikament gegen die Nikotinsucht. ‚Chantix’ (Wirkstoff: Vareniclin) wurde von der FDA im Eilverfahren zugelassen, da es sich in klinischen Tests als das bisher effektivste Medikament zur Unterstützung der Raucherentwöhnung erwies.
In den Wochen 9 bis 12 kamen unter Vareniclin 44 Prozent ohne Zigaretten aus, unter Bupropion waren es 30 Prozent, unter Placebo 18 Prozent. Nach sechs Monaten lagen die Abstinenzraten bei gerade einmal 22 Prozent (bestes bisher 16 %). 78 Prozent der Testpersonen waren innerhalb dieser Zeit wieder rückfällig geworden.
Das neue Präparat dient als Ersatzstoff (Nikotin-Agonist) in der Nikotinentwöhnung, um Entzugser-scheinungen zu verringern und soll zusätzlich die Wirkstärke von Nikotin herabsetzen. Der Hersteller Pfizer empfiehlt während der Einnahme des Medikaments eine flankierende Therapie, welche die nicht zu unterschätzende psychologische Komponente der Nikotinsucht ins Visier nimmt.
Nikotinsucht


Durchschnittliches Einstiegsalter auf 11,6 Jahre gesunken - Mai 2006
Die Frauenzeitschrift FÜR SIE meldete, dass Mädchen und Jungen durchschnittlich mit 11,6 Jahre zur ersten Zigarette greifen. Bisher lag das Einstiegsalter laut Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA) bei 13,6 Jahren. Rund 20 Prozent der 12- bis 17-Jährigen rauchen bereits regelmäßig.
Die häufigsten Einstiegsmotive sind laut Dr. Eva Kalbheim, Sprecherin der Deutschen Krebshilfe, bei Mädchen, das Bedürfnis sich emanzipiert und erwachsen fühlen zu wollen und die Vorstellung, durch Rauchen schlank zu bleiben. Bei Jungs geht es häufig darum, cool zu wirken und Stärke zu demonstrieren.

Aktuelle Umfrage


Nikotin schädigt Gehirn wie Alkohol - April 06
Focus online berichtete über die Ergebnisse einer Studie, die das Fachmagazin „Alcoholism: Clinical & Experimental Research“ vor kurzem veröffentlichte.
Danach fanden Wissenschaftler heraus, daß Nikotin offenbar die gleichen Hirnfunktionen wie Alkohol schädigt. Die Abhängigkeit wird bei beiden durch Andocken an Rezeptoren des Belohnungszentrums des Gehirns bewirkt, wodurch stimmungsverbessernde Botenstoffe wie etwa Dopamin freigesetzt werden.
Die Studie zeigte, dass starkes Rauchen langfristig die Funktionen des Frontallappens stört und somit Aufmerksamkeit und Orientierung stört und zu Konzentrations- und Gedächtnisstörungen führt.
Wenn auch diese Wirkung weniger stark als bei Alkohol ausgeprägt ist, ergibt sich daraus ein stark erhöhtes Risiko für die weit verbreitete Kombination von starkem Alkohol- und Nikotinkonsum.

Nikotin


Österreich führt Mindestpreis für Zigaretten ein - April 06
Die Wiener Bundesregierung beschloss für Mitte Mai 2006 die Einführung eines Mindestpreises von 3,25 Euro je Packung (20 Zigaretten).
Begründet wird diese Maßnahme mit einer abschreckenden Wirkung vor allem für Jugendliche, die verstärkt Billigmarken unter 3 Euro konsumieren und durch die höheren Preise vom Rauchen abgehalten werden sollen.
Gegner der Mindestpreisregelung befürchten ein starkes Anwachsen des Schwarzhandels aus den benachbarten osteuropäischen Ländern und negative Auswirkungen vor allem auf die Einnahmen der Tabakverkäufer (Traffikanten) und die Tabaksteuereinnahmen.
Die EU-Kommission hält Mindestpreise für unzulässig und hat ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich und vier weitere EU-Länder mit Zigarettenmindestpreisen (Irland, Italien, Frankreich und Belgien) angekündigt.

Aktuelle Umfrage


Erste rauchfreie Stadt der Welt - Mrz 06
Die Salzburger Nachrichten berichten über eine amerikanische Stadt, die als erste Stadt der Welt ein Rauchverbot für den gesamten Ort erlassen hat. Im 25.000-Einwohner Vorort von Los Angeles Calabasas darf nirgends mehr geraucht werden, wo ein anderer Mensch geschädigt oder belästigt werden könnte. Neben Restaurants, Bars, Geschäften, Büros, gilt das totale Rauchverbot auch für „draussen“ wie z.B. Bushaltestellen, Bürgersteige, Parks sowie vor Geschäften, Restaurants, Bars und Bürogebäuden. Selbst zu Hause darf nur geraucht werden, wenn sich niemand gestört fühlt.
Es drohen Strafen bis zu 500 Dollar. Der Bürgermeister begründet die drastischen Massnahmen mit dem Recht auf saubere Atemluft, das jeder Mensch habe.

Rauchfrei werden


Weniger Europäer rauchen - Feb 06
Die Zahl der Raucher hat in Europa in letzten 10 Jahren um 15 Prozent abgenommen, berichtete das Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (GSF) in Neuherberg bei München.
Der Anteil der Raucher an der europäischen Gesamtbevölkerung ging laut einer Umfrage von rund einem Drittel auf jetzt 28,7 Prozent zurück. Die Zahl der männlichen Raucher nahm dabei stärker ab als die der Frauen. Die Zahl der von Passivrauch betroffenen Menschen ging noch stärker von 40,6 auf 24 Prozent zurück.

Aktuelle Umfrage

England soll ab 2007 rauchfrei werden - Feb 06
Das Unterhaus beschloss mit grosser Mehrheit ein Gesetz, welches das Rauchen in Pubs, Privat-Clubs und öffentlichen Orten ab dem Sommer 2007 verbietet.
Das Rauchverbot gilt an allen öffentlichen Orten wie Kinos, Büros, Fabriken oder Einkaufszentren.
Andere Landesteile des United Kingdoms wie Nordirland (Verbot ab April 2007) und Schottland (Verbot ab März 2006) schliessen sich dem englischen Beschluß an.

Rauchverbote


Zahl der versteuerten Zigaretten sinkt um 14 Prozent - Feb 06
„In Deutschland lösen sich tag täglich 263 Millionen Zigaretten in blauen Dunst auf“ meldete das 
Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Daneben wurden elf Millionen Zigarren und Zigarillos, 91 Tonnen 
Feinschnitt und zwei Tonnen Pfeifentabak pro Tag geraucht. 
Zu Vergleichjahr 2004 konsumierten Raucher 14,3% weniger Zigaretten und mehr Feinschnitt (+ 37,0%).
Da die veröffentlichten Zahlen nur legal in Deutschland und keine im Ausland oder auf dem Schwarzmarkt 
erworbenen Tabakwaren umfassen, kann daraus nicht auf eine rückgängige Zahl der Raucher in Deutschland 
geschlossen werden. Der Grund für die beobachteten Veränderung dürfte eindeutig bei der Erhöhung der 
Tabaksteuer zu finden sein.
Tabaksteuer

Pro Rauchfrei e.V. attackiert Zigarettenautomaten - Jan 06
Mit einer Silvester-Aktion der besonderen Art geht Pro Rauchfrei e.V. ins Neue Jahr: Über Nacht haben Hunderte besorgter Bürger und Mitglieder des Vereins der Tabakindustrie bundesweit eine geklebt. An Tausenden von Zigarettenautomaten wurde der Riesenaufkleber mit der Aufschrift "JEDER ZIGARET-TENAUTOMAT EIN STILLER KILLER" angebracht.
Mit dieser Protestaktion will Pro Rauchfrei die skandalösen Zustände bei der Tabakprävention von Kin-dern und Jugendlichen in Deutschland anprangern. Nirgendwo in der Welt gibt es so viele "Selbstbedie-nungs-Töter": 720.000 Zigaretten-Automaten - pro 115 Bürger ein Exemplar!
Aus Sicht des Vereins sind die Zigaretten-Automaten nach dem Jugendschutzgesetz illegal. In jedem Fall tragen sie wesentlich zu früher Nikotin-Abhängigkeit von Kindern und Jugendlichen bei, die laut Statistik im Durchschnitt schon mit 11,6 Jahren beginnt.
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