Wer mit dem Rauchen aufhört, hat es nicht nur mit einer lästigen Gewohnheit zu tun. Der Körper hat sich an die ständige Nikotinzufuhr gewöhnt. Bleibt sie plötzlich aus, melden sich Unruhe, Gereiztheit und starkes Verlangen zu Wort. Manche Raucher brechen deshalb sofort und radikal mit dem Rauchen ab. Anderen erscheint der Weg über ein sanftes Nikotineinsparen hin zu null der bessere, weil er weniger schmerzhaft ist.
Wie entsteht Nikotinabhängigkeit?
Nikotin gelangt beim Inhalieren in null Komma nichts ins Gehirn. Dort dockt es an spezielle Rezeptoren an und steigert die Ausschüttung von Dopamin, einem Botenstoff des Belohnungssystems. Mit der Zeit bildet das Gehirn mehr von diesen Rezeptoren aus. Fehlt der Stoff, entsteht ein Mangelgefühl.
Entzugserscheinungen sind Reizbarkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und gesteigerter Appetit. Sie treten in der ersten Zeit meist am stärksten auf und lassen dann über Wochen nach. Das Verlangen in den gewohnten Situationen, nach dem Kaffee, nach dem Essen, in der Arbeitspause, hält oft länger vor. Zur schrittweisen Reduzierung greifen manche Raucher zu Liquids für E-Zigaretten, die in verschiedenen Nikotinstärken angeboten werden, etwa bei Shops wie Vapelit. Der Vorteil liegt in der feinen Abstufung. Ein anerkanntes Medikament zur Rauchentwöhnung ist die E-Zigarette deshalb noch nicht.
Nikotinstufen und gesetzliche Vorgaben
In Deutschland regelt das Tabakerzeugnisgesetz den Verkauf nikotinhaltiger Liquids. Die Obergrenze liegt bei 20 Milligramm Nikotin je Milliliter. Nachfüllbehälter dürfen höchstens 10 Milliliter fassen, Tanks und Kartuschen höchstens 2 Milliliter. Diese Vorgaben gehen auf die europäische Tabakproduktrichtlinie zurück.
Im Handel finden sich häufig auch Stärken wie 18, 12, 6 und 3 mg/ml und nikotinfreie Varianten. Daraus könnte sich folgender Fahrplan ergeben: Wer gleich zu Beginn etwa 18 mg/ml verwendet, sollte die Stärke alle ein bis zwei Wochen um eine Stufe reduzieren. Bei jeder Stufe merkt man, wie der Körper den Schritt wegstecken kann. Wer starke Beschwerden hat, bleibt länger bei der Stufe, bis es weitergeht.
Der Vergleich mit der klassischen Nikotinersatztherapie
Pflaster, Kaugummis, Lutschtabletten, Sprays: Die sogenannte Nikotinersatztherapie ist etabliert. Sie setzt Nikotin in kontrollierter Dosis frei, ohne die Schadstoffe des Tabakrauchs. Nikotinpflaster gibt es in verschiedenen Stärken, meist 21, 14 und 7 mg pro 24 Stunden. Die Anwendung dauert in der Regel acht bis zwölf Wochen, wobei die Dosis stufenweise gesenkt wird.
Die deutsche S3-Leitlinie zur Tabakentwöhnung empfiehlt, medikamentöse Hilfen mit verhaltenstherapeutischen Vorgehensweisen zu kombinieren. E-Zigaretten sind dort nicht als Arzneimittel zur Entwöhnung zugelassen. Das Deutsche Krebsforschungszentrum weist außerdem darauf hin, dass sie nicht ohne gesundheitliche Risiken sind. Wer sich für diesen Weg entscheidet, sollte das Ziel, auch auf das Nikotin in Liquids zu verzichten, nicht aus den Augen lassen.
So lässt sich ein persönlicher Reduktionsplan aufstellen
Ein Plan ist umso wirksamer, je konkreter und überprüfbarer er ist. Bewährt haben sich folgende Schritte:
- Ausgangswert festhalten: Wie viele Zigaretten werden täglich geraucht, wann sind die Verlangen am größten?
- Enddatum setzen: Ein Zeitraum von acht bis zwölf Wochen gibt Struktur, ohne unter Druck zu setzen.
- Stufen eintragen: Jede Stufe trägt ein Datum, dann wird die Nikotinmenge gesenkt.
- Auslöser entschärfen: Wer nach dem Essen raucht, sollte sich das Zähneputzen oder einen kurzen Spaziergang vornehmen.
- Kalkulation von Rückschlägen: Ein Ausrutscher heißt nicht alles ist vorbei. Am nächsten Tag wieder in den Plan kommen ist entscheidend.
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