Weltnichtrauchertag

Weltnichtrauchertag

9 Rauchfrei-Thesen für eine bessere Nichtraucherpolitik am Nichtrauchertag

Offener Brief an die Bundeskanzlerin
Anlässlich des Weltnichtrauchertages fordern wir Sie und die gesamte Bundesregierung mit den folgenden Thesen zu einer besseren Nichtraucherschutzpolitik für Deutschland auf.

Sehr geehrter Frau Bundeskanzlerin,

Rauchfrei.de (https://www.rauchfrei.de) – das Nichtraucher-Portal im Internet seit 1999 – möchte Sie als Bundeskanzlerin zum diesjährigen Weltnichtrauchertag auf Defizite bzw. Verbesserungsmöglichkeiten der deutschen Nichtraucherschutzpolitik aufmerksam machen.

Wir würden uns freuen, wenn Sie sich Gedanken über diese Vorschläge machen und/oder diese an Ihre entsprechenden Referenten, Fachleute und Ministerien weiterleiten, um einiges davon in naher Zukunft in eine aktivere Nichtraucherschutzpolitik umsetzen:

RAUCHFREI-THESEN ZUM WELTNICHTRAUCHERTAG

1. Einführung eines einheitlichen Rauchverbotes für ganz Deutschland
2. Totales Werbeverbot für Tabakprodukte
3. Verbot von Zigarettenautomaten in der Öffentlichkeit
4. Zweckorientierte Verwendung der Tabaksteuer
5. Jährliche, spürbare (!) Erhöhung der Tabaksteuer
6. Starke Raucher sind medizinisch wie Süchtige zu behandeln
7. Finanzielle Förderung der Nikotinentwöhnung
8. Förderung von Nichtraucherkampagnen und Suchtprophylaxe
9. Installation von Nichtraucherbeauftragten auf regionaler Ebene

zu 1: Einführung eines einheitlichen Rauchverbotes für ganz Deutschland

Sie haben beschlossen ab September 2007 Einrichtungen auf Bundesebene rauchfrei zu gestalten.  Auf Länderebene gibt es zahlreiche Ausnahmen und Sonderegelungen, die im Bereich Nichtraucherschutz zu einem deutschen „Fleckerteppich“ führen. Dadurch geht der Schub für einen wirksame Nichtraucherschutz, den eine einheitliche Regelung ausgelöst hätte, verloren. Durch die so geschaffene Verwirrung wird lediglich die Verzögerungtaktik der Tabaklobby unterstützt, die ein vollständiges Rauchverbot in öffentlich zugänglichen Räumen möglichst lange verhindern will.

zu 2: Totales Werbeverbot für Tabakprodukte

Wegen der bekannten Schäden für Gesundheit, den hohen Folgekosten für das Gesundheitssystem und die Allgemeinheit und dem hohen Suchtcharakter muss jegliche Werbung für Tabakprodukte verboten werden. Sie zielt im Besonderen darauf, das Rauchen für Jugendliche attraktiv zu machen und so langjährige Kunden für ihre suchterzeugenden Produkte zu gewinnen.

zu 3: Verbot von Zigarettenautomaten in der Öffentlichkeit

Die Einführung einer Alterskontrolle an Automaten war ein richtiger Schritt, der aber nicht ausreichend ist. Die bestehende Dichte öffentlich zugänglicher Automaten („fast an jeder Ecke“) fördert die Verbreitung von Zigaretten und somit die Nikotinsucht.

zu 4: Zweckorientierte Verwendung der Tabaksteuer

Die Tabaksteuer darf nicht mehr wie bisher in den allgemeinen Haushalt der Bundesregierung fliessen und dort Haushaltslöcher stopfen. Sie muss ausschliesslich dem Bundesgesundheitsministerium und den Krankenkassen zugewiesen werden, um Schäden, die durch Zigarettenkonsum verursacht werden, zu begleichen und zusätzlich Aktionen und Massnahmen zu Gute kommen, welche diese Schäden vermeiden helfen (Vorbeugung).

zu 5: Jährliche spürbare Erhöhung der Tabaksteuer

Die Tabaksteuer sollte jährlich automatisch um einen spürbaren Betrag erhöht werden. Dies würde das Rauchen zunehmend teurer und immer unattraktiver machen. Dieses Signal könnte viele Raucher zum Aufhören animieren und mehr Jugendliche vom Rauchen abhalten.

zu 6: Starke Raucher sind wie Süchtige zu behandeln

Starke Raucher müssen von der Öffentlichkeit als das erkannt werden, was sie sind: nikotinsüchtig. Sie können nicht von der Zigarette lassen, obwohl Ihnen die gesundheitlichen Folgen bekannt sind oder sie diese bereits spüren. Daraus ergibt sich für die Gesellschaft die Pflicht, diesen durch geeignete Massnahmen zu helfen.

zu 7: Finanzielle Förderung der Nikotinentwöhnung

Raucher, welche dem Nikotin entsagen wollen, sind in ihren Bemühungen zu unterstützen. Dies könnte durch eine vollständige oder teilweise Finanzierung von Entwöhnungstherapien und Ersatzpräparaten erfolgen oder durch eine steuerliche Absetzbarkeit dieser Ausgaben.  Den grössten Nutzen hätten der Staat und die Krankenkassen selbst, da sich die Raucherfolgekosten deutlich verringern würden.

zu 8: Stärkere Förderung von Kampagnen u. Suchtprophylaxe vor allem für Jugendliche

Durch verstärkte Förderung von Nichtraucher-Institutionen, -Vereinen, -Aktionen wird in der Zukunft ein Klima geschaffen, welche die Folgen des Nikotinkonsums allgegenwärtig macht und somit das Rauchen zunehmend unattraktiv macht. Besonders die Suchtprophylaxe bei Jugendlichen ist deutlich zu verstärken, da der „Einstieg“ ins Rauchen meist in jungen Jahren erfolgt.

zu 9: Installation von Nichtraucherbeauftragten auf regionaler Ebene

Nichtraucherbeauftrage (zum Beispiel auf Landkreis-, Stadtebene) fördern den Nichtraucherschutz, Suchtprophylaxe, Raucherentwöhnung etc. vor Ort. Sie sind Ansprechpartner für Raucher, Nichtraucher, Unternehmen etc.
Diese können zum Beispiel aus der Tabaksteuer (siehe 1) finanziert werden.

Hochachtungsvoll

Das Nichtraucher-Portal Rauchfrei.de